Karl Marx in Brüssel

Podiumsgespräch in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz in Brüssel thematisiert „Marx zwischen gestern und heute“

Brüssel/Trier. Karl Marx war Europäer. Er lebte in Trier, Berlin, Paris, London – und Brüssel. Dorthin kehrte er nun für einen Abend zurück. Die Organisatoren der drei großen Ausstellungen in Trier zum 200. Geburtstag des berühmten Denkers und Philosophen sprachen gestern in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz in Brüssel über „Marx zwischen gestern und heute“. Dabei wurde klar, dass nicht nur die Bedeutung von Karl Marx aus historischer Sicht groß ist, sondern auch das Interesse der Besucher und Medien, die sich ein neues Bild des herausragenden Denkers jenseits von Vereinnahmung und Verurteilung machen wollen.Für die Landesausstellung KARL MARX 1818-1883 LEBEN. WERK. ZEIT. im Rheinischen Landesmuseum Trier und im Stadtmuseum Simeonstift Trier (noch bis zum 21. Oktober) waren der Vorsitzende des Aufsichtsrates und Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur in Rheinland-Pfalz Prof. Dr. Salvatore Barbaro, Thomas Schmitt, Kulturdezernent der Stadt Trier, stv. Aufsichtsratsvorsitzender der Ausstellungsgesellschaft       
und die wissenschaftliche Leiterin der Landesausstellung und Marx-Expertin Prof. Dr. Beatrix Bouvier zugegen. Seitens der Partnerausstellungen waren Dr. Anja Kruke, Leiterin des Archivs der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung, für die neu eröffnete Dauerausstellung im Museum Karl-Marx-Haus vor Ort sowie Micha Flesch, Kulturbeauftragter des Bistum Trier, für die Ausstellung LebensWert Arbeit im Museum am Dom, die ebenfalls noch bis zum 21. Oktober in Trier zu sehen ist. Moderiert wurde das Gespräch von Dr. Rainer Auts, dem Geschäftsführer der Karl Marx-Ausstellungsgesellschaft mbH in Trier.

Brüssel – Hort für Liberalität
Brüssel spielt in der persönlichen wie politischen Geschichte von Karl Marx eine wichtige Rolle: Von Februar 1845 bis März 1848 lebte er in der Stadt, die damals als Hort für Liberalität und Pressefreiheit galt. Sein Freund und Weggefährte Friedrich Engels zog im selben Monat dorthin. Gemeinsam arbeiteten sie hier im Auftrag des Bundes der Kommunisten ein neues Programm aus, das im Februar 1848 als „Manifest der Kommunistischen Partei“ in London gedruckt wurde. Und auch sonst war die Brüsseler Zeit für Marx sehr wichtig. Hier entstanden langjährige Freundschaften, u.a. mit dem kommunistischen Publizisten Wilhelm Wolff oder dem Dichter Ferdinand Freiligrath. Auch wurde die zweite Tochter Laura geboren und Sohn Edgar. Nachdem im Februar 1848 die Revolution von Paris auch Brüssel erreichte, wurden ausländische Kommunisten ausgewiesen. Dieses Schicksal teilte auch die Familie Marx, die nach der Verhaftung von Karl und Jenny am 3. März unverzüglich die Stadt verlassen musste. Der Lebensstation Brüssel ist in der Ausstellung im Stadtmuseum Simeonstift Trier ein ganzer Raum gewidmet.

 

Statements der TeilnehmerInnen des Podiumsgesprächs

Karl Marx 1818–1883. LEBEN. WERK. ZEIT.
Rheinisches Landesmuseum Trier und Stadtmuseum Simeonstift Trier


„Marx gehört zu den berühmtesten Personen aus dem heutigen Rheinland-Pfalz. Seine Ideen und politische Forderungen sind in der ganzen Welt aufgegriffen worden und haben großen Einfluss auf die Geschichte Europas und der Welt genommen. Marx agierte dabei europäisch: Er lebte in Trier, Berlin, Paris, Brüssel und London und unterhielt ein dichtes Netzwerk mit Denkern aus allen Ländern. Seine Ideen waren nie auf den Nationalstaat begrenzt, er dachte vielmehr europäisch und sogar global.“
Prof. Dr. Salvatore Barbaro
Aufsichtsratsvorsitzender der Karl-Marx-Ausstellungsgesellschaft und Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz



„Trier und Karl Marx – das ist in einigen Regionen der Welt ein untrennbares Begriffspaar. Jährlich besuchen Reisende aus aller Welt unsere Stadt, für die der Besuch der authentischen Schauplätze in Trier einen Höhepunkt ihres Aufenthalts darstellt. Mit der großen Landesausstellung und den Feierlichkeiten zum 200.Geburtsatg bekennt sich die Stadt zu dem weltweit bedeutenden Philosophen, dessen Fragen an die Gesellschaft noch heute helfen, den Blick für die Gegenwart zu schärfen.“
Thomas Schmitt
Kulturdezernent der Stadt Trier, stv. Aufsichtsratsvorsitzender der Ausstellungsgesellschaft       

 „Mit der historischen Persönlichkeit Karl Marx angemessen umzugehen bedeutet, nach einem differenzierten und vorurteilsfreien Marx-Bild zu fragen. Dies kann nur gelingen, wenn er in den Diskursen seiner Zeit verankert und verortet wird. Eine solche, längst überfällige Historisierung zeichnet die große Landesausstellung ,KARL MARX 1818–1883. LEBEN.WERK. ZEIT.‘ aus. Auf der Grundlage der aktuellen Forschung ermöglicht sie als kulturhistorische Ausstellung mit zahlreichen prominenten Exponaten und einer ansprechenden, emotionalen Inszenierung in beiden Museen einen unverstellten, von späterer Dogmatisierung befreiten Blick auf das Leben und Werk von Karl Marx in seiner Zeit.“
Prof. Dr. Beatrix Bouvier
Wissenschaftliche Leiterin in der Karl Marx 2018 – Ausstellungsgesellschaft mbH



Von Trier in die Welt: Karl Marx, seine Ideen und ihre Wirkung bis heute
Museum Karl-Marx-Haus

„Im Geburtshaus zeigen wir Karl Marx in verschiedenen Facetten: Biografisch lernen ihn die Besucherinnen und Besucher als Oppositionellen kennen, der vom 19. Jahrhundert geprägt ist. Der Ausstellungsteil zum Werk veranschaulicht Marx‘ Arbeitsfelder Philosophie, Journalismus, Gesellschaftswissenschaften und Ökonomie. Schwerpunkt der Schau ist die Wirkungsgeschichte: Als Marx 1883 in London stirbt, hinterlässt er keine geschlossene Lehre. Sie wird durch nachfolgende Generationen geformt und Marx auf vielfältige Weise instrumentalisiert und analysiert – bis heute.“
Dr. Anja Kruke
Leiterin des Archivs der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung


LebensWert Arbeit
Museum am Dom des Bistums Trier

„Im Bistum Trier betrachten wir unter dem Titel „LebensWert Arbeit“ das Themenfeld Arbeit und Menschenwürde heute aus Sicht des christlichen Menschenbildes. Wir sollen sichtbar machen, dass es nicht nur darum geht, durch Arbeit Geld zu verdienen. Arbeit hat einen umfassenderen Wert, der sich an ihrer Bedeutung für die Persönlichkeit des Menschen bemisst. Die immateriellen Werte von Arbeit machen sie erst wirklich human, geben ihr Sinn und Gehalt.“
Micha Flesch
Kulturbeauftragter des Bistum Trier

Ausstellungsorte

Generaldirektion Kulturelles Erbe
Rheinland-Pfalz
Rheinisches Landesmuseum

Weimarer Allee 1, 54290 Trier
Tel. 0651/9774-0
landesmuseum-trier@gdke.rlp.de
www.landesmuseum-trier.de


Stadtmuseum Simeonstift
Trier

Simeonstraße 60, 54290 Trier
Tel. 0651/718-1459
stadtmuseum@trier.de
www.museum-trier.de

Ausstellung

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Stationen eines Lebens

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Simeonstraße 60 | 54290 Trier
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